Die französische Regisseurin Caroline Lescot (Nathalie Richard) dreht eine Neuverfilmung des Tragödien-Klassikers „Medea“. Allerdings spielt die Geschichte um eine verlassene Ex-Prinzessin, die aus Verzweiflung ihre eigenen Kinder tötet, diesmal nicht im antiken Griechenland, sondern an der senegalesischen Atlantikküste. Ihre Darsteller*innen sind überwiegend Einheimische, nur ihre Medea und ihr Jason werden von der weißen Deutschen Maja (Maren Eggert) und dem zwar senegalesisch-stämmigen, aber schon länger mit einem französischen Pass in Paris lebenden und arbeiten Nourou Cissokho (Jean-Christophe Folly) verkörpert.
In postkolonialen Zeiten wirft diese Kombination natürlich Fragen auf – und so spricht die Regisseurin einige Monate später, als ihre „Medea“-Adaption schließlich auf der Berlinale Weltpremiere feiert, in einer Pressekonferenz selbst vom „Elefanten im Raum“. Übrigens nur, um kurz darauf in einem überraschenden, geradeheraus-surrealen Moment selbst mit Schlappohren und Rüssel vor den sie mit Fragen bedrängenden – selbstverständlich ebenfalls fast ausschließlich weißen – Kulturjournalist*innen zu sitzen.
Produktion
2025
Formate
2D
Fehler, Irrtümer und Änderungen vorbehalten.