Trains ist ein Dokumentarfilm ohne Worte. Er besteht vollständig aus Archivmaterial, das aus der ganzen Welt stammt. Was die Bilder miteinander verbindet, sind Eisenbahnlinien – Infrastrukturen, die seit dem 19. Jahrhundert Bewegung, Zeit und historische Erfahrung geprägt haben.
Der unter der Egie von Maciej J. Drygas entstandene Film behandelt die Eisenbahn nicht einfach als Motiv, sondern als Strukturprinzip. Wie das Kino selbst organisiert die Eisenbahn Bewegung entlang festgelegter Linien und erzeugt auf diese Weise Rhythmus, Beschleunigung und Unterbrechungen. Indem der Film Fragmente des 20. Jahrhunderts entlang von Gleisen montiert, wird er zu einer eindringlichen visuellen Reflexion über Mobilität, Bewegungen und Brüche.
Auch im Kontext des Forschungsprogramms des Käte Hamburger Kollegs CURE lädt Trains die Zuschauer:innen dazu ein, über Infrastruktur als aktive historische Kraft nachzudenken – eine Kraft, die Kontinuität hervorbringt und zugleich ihre Fragilität sichtbar macht. Der Film verzichtet auf Erzählerstimmer und Kommentar und verlässt sich stattdessen rein auf Montage, Bewegung und Aufmerksamkeit.
Trains ist ein eindrucksvoller Archivfilm über Kino, Technologie und Geschichte – und darüber, wie Dinge verbunden, aber nie ganz aufgelöst werden können.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Käte Hamburger Kolleg CURE der Universität des Saarlandes statt. Prof. Dr. Dr. Irina Podgorny, Forscherin am Nationalen Rat für Wissenschaftliche und Technische Forschungen in Argentinien und zurzeit Fellow bei CURE, wird den Filmabend mit einer Einführung eröffnen.
Produktion
2024
Verleih
déjà-vu film
Formate
2D
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